21.-22. August 2010    Zum ersten Mal im Gelände:

Dank einer Sonderbewilligung der Gemeinde Wattwil darf ich mit meinem PW auf die Chrüzegg fahren, um dort mein eigenes Spiegelteleskop aufzustellen. Nachdem ich die doch extrem steile Stecke mit zum Teil holpriger Naturstrasse geschafft habe, ist leider doch schon relativ dunkel und ich beginne nach einem Kaffee in Berggasthaus mit dem Aufstellen. Der Wirt hat mir erlaubt an der Scheune einen 230V Anschluss zu benutzen. Somit kann ich meine Autobatterie schonen, indem ich ca. 30m Netzkabel abrolle, um daran meinen Notebook zu betreiben, welchen ich mir auf meinem Klapptischchen installiere, nachdem ich das Teleskop unter Benutzung meiner kleinen blauen LED-Lampe (sichtbar auf dem Okularteller) auf dem Stativ aufgebaut habe.



Meinen Geländewagen habe ich als Blendschutz zwischen Teleskop und Berggasthaus gestellt. Der steile Hügel westlich meiner Position, welcher sich hinter dem Landwirtschaftsgebäude erhebt, bildet eine ideale Abdeckung der Stadt Zürich. Die Lichter des südlichen oberen Zürichseeufers sind nicht so intensiv und stören mich momentan überhaupt nicht.

Kalibrierung:

Dieses Capture der Polaris Position in STELLARIUM hatte ich am 17.August zuhause am grossen PC vorbereitet (deshalb ist das Datum nicht das der Beobachtungsnacht auf der Chrüzegg)


Mondbeobachtungen:

Leider ist der Mond an dem Abend dermassen hell, dass ich die Beobachtungen weit entfernter schwächerer Objekte, wie zum Beispiel die Andromeda Galaxie auf einen anderen Zeitpunkt verschieben muss und mich stattdessen mal mit dem direkten Nachbar befasse.
Wegen der intensiven Helligkeit setze ich den grünlichen Mondfilter innen vor das K25 Okular und bin hell begeistert von der unerwarteten Zeichnungsschärfe meines 1000mm 'Anfängerteleskops'.
Nun will ich es aber wirklich wissen und wechsle auf das K10 (100-fache Vergrösserung). Super wie man nun an der Mondkante die Höhenprofile der Krater wie Bergrücken sehen kann. Hätte ich doch bloss die Anfertigung des passenden Okularadapters für meine Omegon CCD Kamera etwas früher in Auftrag gegeben! Das wären sicher tolle Bilder geworden.

Jupiter!:

So gegen 0:30h wage ich einen Blick auf das Hellste was ich ausser dem Mond noch am Nachthimmel finde. Einen kurzen Blick in die Sternenkarte (sprich STELLARIUM auf dem Notebook), aha das muss der Jupiter sein. Umstellen auf K25, diesmal ohne Mondfilter und anvisieren mit dem Zielfernrohr, dann einen Blick durchs Okular und..... yehaa, da ist doch tatsächlich der Jupiter und ich kann sogar vier Monde erkennen! Das müssen Kallisto, Ganymed, Europa und Io sein. Jetzt packt mich der Eifer, Umstellung auf K10 und scharf stellen, was bei der low cost Zahnstangenfokussierung nicht ganz einfach ist. Aber ich bin hell begeistert, denn ich kann sogar eine schwache Marmorierung des Jupiters erkennen und damit ist die meine erste Beobachtungsnacht doch ein echter Volltreffer geworden.